Ein Sarg zwischen Musik und Marktständen – Konieczny Bestattungen bringt Bestattungskultur mitten ins Leben

Vom 11. bis 13. September verwandelte sich Hoyerswerda beim 29. Stadtfest rund um den Lausitzer Platz und im Zentralpark in einen Treffpunkt für Musik, Kultur, Vereine, regionale Akteure und Begegnungen. Mittendrin: Konieczny Bestattungen mit einem eigenen Messestand, einem Bestattungsfahrzeug und einem Sarg. Zwei Lebensbereiche treffen aufeinander, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier das ausgelassene Treiben von Stadtfest und Regionalmarkt, dort die sichtbaren Zeichen eines Berufs, der sich mit Abschied, Tod und Erinnerung beschäftigt. Dieser Kontrast machte den Auftritt von Konieczny Bestattungen zu etwas Besonderem. Wie kam es dazu?

 

Eine Einladung, mit der niemand gerechnet hatte

Eine Anfrage zum Regionalmarkt des diesjährigen Stadtfestes landete eher zufällig im Mailverteiler von Konieczny Bestattungen und es war zunächst gar nicht geplant, dass das Bestattungshaus Teil dieser Veranstaltung werden sollte. Doch die Idee war schnell in der Welt. Im Team begann die Überlegung. Wie könnte ein Bestattungsunternehmen auf einem Stadtfest auftreten? Die Ideen wurden konkreter, und bald war klar, wenn schon Stadtfest, dann richtig – mit einem Messestand, einem Bestattungsfahrzeug, einem Sarg und vor allem mit viel Raum für Gespräche.

Beim anschließenden persönlichen Treffen mit einem der Organisatoren war die Überraschung auf beiden Seiten groß. Er hatte beim Gedanken an einen Besuch im Bestattungsinstitut mit einer eher bedrückenden Atmosphäre gerechnet. Stattdessen erwarteten ihn helle Räume, ein offenes, junges Team und jede Menge Lust auf das gemeinsame Stadtfest. Das geplante Bestattungsfahrzeug sorgte zunächst für Gesprächsstoff und Diskussion.

Wenn aus Irritation Interesse wird

Manchmal braucht es einen ungewohnten Anblick, damit Gedanken ins Rollen kommen. Die Reaktionen auf den Bestattungswagen waren zunächst unterschiedlich. Einige Besucherinnen und Besucher empfanden den Anblick als ungewohnt oder sogar makaber. Gerade diese Irritation erwies sich jedoch als produktiv, denn sie bot einen unmittelbaren Gesprächseinstieg. Aus dem anfänglichen „Warum steht hier ein Bestattungsfahrzeug mitten auf der Wiese?“ entwickelten sich Fragen zu Bestattung, Vorsorge und persönlichen Vorstellungen vom Abschied.

Dabei blieb es nicht bei sachlichen Informationen. Menschen erzählten von eigenen Erfahrungen, von Abschieden in der Familie und von Situationen, in denen sie zuletzt mit Tod und Bestattung konfrontiert waren. Letzten Endes war der Austausch weniger von Distanz als von persönlicher Offenheit geprägt.

Für das Team von Konieczny war der Tag deshalb nicht nur eine besondere Form der Öffentlichkeitsarbeit, sondern vor allem eine Gelegenheit, Berührungsängste abzubauen und ein Thema in den Alltag zu holen, das jedes Leben betrifft.

 

Abbildungen ©Ahorn Gruppe


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